Ein Jahr UNESCO Welterbe „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“  – was hat sich getan?

Ein Jahr UNESCO Welterbe „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ – was hat sich getan?

Ein Jahr ist bereits vergangen seit der Sitzung des UNESCO-Welterbe-Komitees in Krakau und der Ernennung der sechs Fundhöhlen der Eiszeitkunst im Achtal und Lonetal zum Welterbe der Menschheit. Die Anerkennung als Weltkulturerbe hat für große Aufmerksamkeit gesorgt und wird von den Akteuren als wichtiger Impuls für die ganze Region gesehen. Dieser Impuls zeigt sich bereits in einem Anstieg der Besucherzahlen bei den Präsentationsorten und bei Höhlenführungen.

Man hat sich als Ziel gesetzt, mit nachhaltigem Tourismus die Fundorte und Funde der Eiszeitkunst den Menschen nahezubringen. Was hat sich im ersten Jahr nach der Anerkennung getan?

Wir erinnern uns alle an die große Marketingkampagne im Zuge der Ernennung und die Feierlichkeiten zur Urkundenverleihung. Immer wieder wurde betont, dass die große Herausforderung darin besteht, die beiden Täler, die Fund- und Präsentationsorte sowie die einzelnen Akteure der Region miteinander zu vernetzen, sich als einheitliche touristische Destination zu präsentieren und letztlich das Thema Eiszeitkunst dem Besucher erlebbar und attraktiv zu präsentieren. Welche Schritte hat man inzwischen unternommen?

Einen Zusammenschluss aller Akteure der Region gibt es bereits seit 2014 als Arbeitsgemeinschaft der Dachmarke Weltkultursprung. Anfang des Jahres 2018 hatten die Landräte Heiner Scheffold (Alb-Donau-Kreis) und Thomas Reinhardt (Heidenheim) sowie Oberbürgermeister Gunter Czisch (Ulm) eine vertragliche Grundlage für die Arbeitsgemeinschaft  Weltkultursprung geschaffen und die Finanzierung einer gemeinsamen Geschäftsstelle vereinbart. Diese Geschäftsstelle mit Sitz im Landratsamt des Alb-Donau-Kreises in Ulm ist seit Mai 2018 hauptamtlich besetzt. Ein wichtiger Schritt, um die geplante Vernetzung der Region weiter voranzutreiben.

Ein wichtiger Schritt war im Mai dieses Jahres außerdem der Beschluss eines einheitlichen Designs und eines nationales Welterbelogos, mit dem das Welterbe künftig beworben und sichtbar gemacht wird. Die offizielle Bezeichnung „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ wird zur einheitlichen Erkennungsmarke, unter dessen Dach sich die gesamte Welterbe-Region präsentieren wird.

Dieses neue Design wird direkt in einem neuen Informations- und Beschilderungssystem umgesetzt, das sich einheitlich über beide Täler (Ach- und Lonetal) erstreckt. Zusätzlich sollen potentielle Gäste künftig bereits an der Autobahn auf das UNESCO-Welterbe hingewiesen und durch ein touristisches Leitsystem zu den beiden Tälern und den Präsentationsorten geführt werden. Man ist momentan mitten im Prozess der Standortbestimmung und Umsetzung.

Die Idee, bekannte Musiker und Künstler zu den Fundorten der ältesten Musikinstrumente der Welt zu führen wird weiter verfolgt und ausgebaut. Auch darüber gab es im Mai einen Beschluss des Steuerungskreises der Arbeitsgemeinschaft Weltkultursprung. In Kooperation mit Radio7 ist geplant, an den Höhlen weitere Musik-Events mit namhaften Künstlern durchzuführen in Form von Interviews und kleinen Konzerten. Bereits im vergangenen Jahr hat man diese Idee mit der Musikgruppe Culcha Candela, Sasha Vollmer von der Country-Band The BossHoss und der ukrainische Opernsängerin Oxana Arkaeva verwirklicht.

Vor Ort in Blaubeuren wird an der Umsetzung eiszeitliche Themenwege gearbeitet. Im Lonetal wird dafür gerade ein Feinkonzept erstellt.

Aktionen zum Jahrestag

Das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren lädt am Sonntag 8. Juli kostenlos zu zwei Führungen ein: Die Welterbeführung um 14:30 Uhr und eine Familien-Welterbeführung um 15:30 Uhr (jeweils kostenfrei, Teilnehmerzahl auf je 25 Personen begrenzt). Das Thema der Steinzeitwerkstatt (von 14 – 17 Uhr) im Urgeschichtlichen Museum lautet „Archäotechnik: Hobel aus Feuerstein selber machen“. Informationen unter www.urmu.de.

Im Archäopark-Vogelherd bei Niederstotzingen geht es am Samstag, 7. Juli speziell um das Thema „Die Küche der Eiszeitjäger: Paläoernährung“, tagsüber ab 10:30 Uhr mit dem Archäoguide und Landschaftsführer Holger Müller (Einzeleintritt in die Parkanlage). Am Sonntag 8. Juli werden zudem zwei öffentliche Führungen angeboten um 13:00 und 15:30 (kostenpflichtig). Informationen unter www.archaeopark-vogelherd.de

Konzert im Hohlenstein-Stadel bei Asselfingen. Zu hören ist dort am Sonntag, den 8. Juli um 18 Uhr, das Flötenensemble „Four or more Flutes“. Veranstalter sind die Gemeinde Asselfingen, der Lonetal Verein, der Verein Gallier sowie das Kulturamt Langenau. Eintrittskarten (15 Euro bzw. 12 Euro ermäßigt) sind nur am Veranstaltungstag vor Ort ab 16 Uhr erhältlich. Während im Hohle Fels bei Schelklingen öfter Konzerte gespielt werden, ist es im Hohlenstein-Stadel eine Premiere!